AAKU

AAKU

Für das Aaku-Magazin recherchiert und komponiert die Musikredaktion monatlich drei Texte zu musikalischen Neuveröffentlichungen. Dabei nutzen wir auch hier die Möglichkeit Schweizer Musik in den Vordergrund zu stellen und widmen alle 3 Texte ausschliesslich dem heimischen Musikschaffen.

Juli 2020

Festival-Sommer fällt aus – aber darauf hätten wir uns gefreut:

PYRIT

(St. Gallen)

“hätte das Chrutwäje bespielt”

Thomas Kuratli aus St.Gallen ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Schweizer Kulturszene. Alleine auf der Bühne, eingebettet in ein Zusammenspiel aus Sound- und Lichteffekte kreiert Pyrit treibende, unglaublich dicht gewobene Konzerterlebnisse. Must-See: Video vom letztjährigen B-Sides und wenn sich wieder die Chance bietet an ein Konzert von ihm!

MNEVIS

(Aargau)

“sollten das Kleinlaut beehren”

Über zehn Jahre Bandgeschichte, vier Kumpels, ein kniffliger Name: Mnevis. Der Sound, den sie in ihrem einzigartigen Indie-Pop-Kosmos kreieren, übt eine Anziehungskraft auf jeden Körper aus. Da hätten auch die KleinLaut-Besucher*innen nicht widerstehen können. Wie wunderbar hätte dieser verspielte Sonnenuntergangs-Vibe doch zum Festival im Hochsommer gepasst.

ALAS THE SUN

(Zürich)

“wären fürs Kleinlaut aufgeboten”

Das Indie-Folk-Dream-Pop-Duo um Anja Tremp (Vocals) und Sandro Raschle (Vocals, Gitarre) hat uns schon im letzten Jahr verzaubert. Auf ihrem Debut-Album “You And Your Love” versorgen sie uns in zehn Songs mit leichtfüssig-luftigen Arrangements und einer zarten Stimme, die auch immer etwas verträumt  in den Wolken nachhängt. Passt auch live zu Sonne und Regen.

Juni 2020

Songs locked down in unseren Herzen

LONER LAWRENCE

(Zofingen)

“Anathema”

“Anathema” = Verfluchung. Was der junge Zofinger, der inzwischen in London sesshaft ist, mit diesem Song liefert, ist aber ein wahrer Segen. Sanfte Synthies, reduzierte Bass-Line, verspieltes Gitarren-Geplänkel und eine charmante «I don’t care»-Attitude à la King Krule. Oder ist es etwa der kleine Bruder von Cristallin? Wir sind jedenfalls gespannt auf mehr!

BOGART

(Wettingen/Basel)

“Second Try”

Auf einer-minute-sechsunddreissig lehnt sich das Produzenten-Duo Jannick Würsch und Marin Bächli so ordentlich in den jazzy HipHop der 90er und 00er Jahre zurück: ein luftig-schleppender Beat mit angespitzten Geiger-Sample und knappen Vocals “We work and we work and you take everything away”. Die Arbeit hat sich im zweiten Versuch sehr gelohnt.

VERVEINE

(Vevey)

“Total Control”

Total Control, ein Vorbote auf das für September geplante Album “HotDrama” der Künstlerin aus Vevey. Tanzbar, catchy, hypnotisch und düster mit einer Prise 4/4 und flächigem Synth. Am diesjährigen B-Sides Festival in Kriens hätte sie uns das neue Album vorgespielt – nun freuen wir uns halt auf den Herbst!

April 2020

Neue Platten auf dem Teller

DELIA MESHLIR

(Lausanne)

“Almost Spring”

Ende Januar in Eigenregie herausgebracht, sind die 4 Songs auf Delia Meshlirs EP “Almost Spring” von einer Schwere und Gesetztheit gezeichnet, welche uns, ob ihrer jungen Jahre, verwundert die Augen reiben lässt. Empfehlung der Musikredaktion: Album für einen selbstgewählten Betrag auf Bandcamp kaufen und dann stundenlang auf Repeat hören.

ALOIS

(Luzern)

“Azul”

In freudiger Erwartung auf die warmen Monate bügeln wir uns schonmal die luftigen Hawaii-Hemden auf und legen uns dazu das neue, zweite Album vom Innerschweizer Quintett Alois auf. “Azul” (adj. m./f.) = blau. Zwischen Club und Strand taumelnd, folgen wir den zehn anschmiegsamen Songs im Tropical Synth-Pop Gewand. Endlich, Frühling.

ADRIANO KOCH

(Lausanne)

“Lone”

Es ist ein kleiner Rausch, dem wir da verfallen sind. Der zwanzig Jahre junge Westschweizer führt federleicht Jazz, Neoklassik und Elektronik zusammen und das bereits auf seinem zweiten Studioalbum. “Lone” ist Name und Programm – denn die zwölf Tracks sind in kompletter Isolation entstanden. Ein überwältigendes Klangmeer für die Stunden ab Sonnenuntergang.

März 2020

m4music Zürich – wir sind Live vor Ort und freuen uns unter anderem auf:

QUIET ISLAND

(Genf)

Freitag, 20. März

Als Alternative-Folk Band haben sie letztes Jahr die Demotape-Clinic in der Kategorie Pop überzeugt und mit ihrem Song “Drunk” abgeräumt. Gespannt warten wir auf ihre neuen Songs, die gerade im Studio entstehen. Zeit also die beiden alten Platten “ Quiet Island” (2015) und “Telescope” (2018) noch mal hervorzunehmen und uns von ihren träumerischen Liedern wegtragen zu lassen.

KUSH K

(Zürich)

Samstag, 21. März

Das Quartett aus Zürich begeistert uns seit 2018 mit einer ventilierenden Schnittmenge aus flächigen Synthesizern, organischen Drums und verschwörerischen Vocals. Vor einigen Wochen veröffentlichten Catia, Paul, Pascal und Nicola ihre Single “Forever Only”, auf der sie den griffigen Sound mit knackigem Bass und kurzen Gitarren-Riffs erweitern. Präsent, temporeich, melodisch.

URGES

(Baden)

Sa., 21. März

Urges aus der Bäderstadt beackern in sehr knappen Songs die klassischen Themen des punkigen Rock’n’Roll: Nachtleben, Rauschmittel, Beziehungen. Mit der überaus schmissigen Debut-Single “High Road” brettert das Quintett in 01:37 Minuten durch Bridge – Refrain – Strophe und zwei Breaks, die einen sehnsüchtig zurücklassen. Die Band kennt nur eine Richtung: geradeaus.

Februar 2020

One of A Million – Favoriten am 10-Jahre-Jubiläum

REA

(Biel)

Sa, 1. Februar, Werkstatt

Flächen gewoben aus Fieldrecordings, Samples, Gesangsexperimenten. Scheinbar lose Klangfäden finden den Weg zurück in den Teppich. Und im Zentrum hält Rea’s Stimme alles zusammen. Ein Spiel mit dem ästhetischen Negativraum von Sound- und Songstrukturen. Töne am Übergang zu Melodien, die eigentlich gar nicht da sind. Das Publikum wird noch Tage später in diese magische Atmosphäre der Werkstatt zurück wollen.

POLYDEUCES POLLUX

(Zürich, Luzern, Genf, Chur)

So, 2. Februar, Druckerei

Big Zis, Mario Hänni, Roli Wäspe, Beatrice Graf und Martina Berther – Letztere initiierte erstmals im Berner PROGR diese kleine Supergroup-Performance – öffnen hier einige Genregrenzen – Rap, Punk, Kraut-Pop – um sich gegenseitig in ungehemmte Groove-Sphären hinein zu treiben. Präzise, akrobatisch, rhythmisch: für Tänzer und Kopfnicker.

ANNA ERHARD

(Basel/Berlin)

So, 2. Februar, Limmatsaal

Auf vermeintlichen Samtpfoten kommt die Debut-Single “One Minute Of Silence” der Wahl-Berlin-Neuköllnerin Anna Erhard daher. Die ehemalige Frontfrau der Basler Band Serafyn verarbeitet textlich ihren bewegten Band- und Wohnortwechsel, derweil lässige Bassläufe und zurückhaltende Gitarrenpattern ihre seidige Stimme untermalen. Hier entfaltet sich äusserst cleverer Indie-Folk.

Dezember 2019 / Januar 2020

Best of 2019

PASCAL GAMBONI

“Super Fantastico”
(Sedrun/Bern)

Von ganz oben kommt er – aus den rätoromanischen Bergen, genauer aus Sedrun. Nach etlichen Jahren und Erfahrungen im Ausland, ist er nun in Bern ansässig und hat als waschechter Graubündner einen fluffigen italienisch-sprachigen Sommerschmetterling in Songform abgeliefert. Uns hat das beschwingt durch die Hitze geholfen.

OMNI SELASSI

“Sylvester Stylonce”
(Biel/Bern/Leipzig)

Ein D-Zug hat uns da im Oktober überrollt. Kam aus Biel, machte eine hohe Wende in Bern um dann gleich darauf nach Leipzig durchzubrettern. Das Lokführer-Trio bestehend aus der Vocalistin und Gitarristin Rea Dubach, und den Hau-Drauf-en Drummern Lukas Rutzen und Mirko Schwab nennt es: „Superflux Tribe vs. Bubblegum. Drone. Kraut. Punk. Levitate.“ Was haben wir getanzt!

MONOH

“With Attitude”
(Zofingen/Zürich)

Musik mit Sitar? Om Baby, zünd mir die Räucherstäbli an und runter in den Vierfüssler. Falsch! Mit Effekten & Loops schafft Roger Odermatt Deep Sitar Minimal – zu episch für Ambient, zu minimalistisch für World Music. Und diese Up-Tempo Electronica Nummer bringt das indische Instrument in einen Club-Kontext, gänzlich ohne Beatles und LSD- Anleihen.

November 2019

Starke Frauen, starke Songs

MANON

“Counterpoint Pt. 1 & 2”
(Zürich)

Während «Counterpoint Pt. 1» einen Faden spinnt, eine liebliche Geschichte aufbaut und uns mit Continuous Piano das Bild einer kleinen Welt webt; beschwört «Pt. 2» Türme dunkler Wolken herauf, turbulente Ströme, welche diese melancholische Idylle aufs offene Meer heraustragen, und die schwere See den Song in seine kleinsten Teile zerlegt. Manon Schlittler aus Zürich! Aufgenommen in Reykjavik.

BATBAIT

“Friendly”
(Aargau / Zürich)

Bei «Friendly» wird eine Person besungen, welche sich im Strudel der Gefühle (Gitarrensolo!) ihre Liebestaumelei nicht eingestehen will und dabei vermutlich gerade die Grenze zum Fledermausland überschreitet! Auf ihrer Debut EP “Paradise” hauen uns Batbait surfige Gitarren um die Ohren und das Schlagzeug springt fast aus dem Gestell vor Spielfreude. Und wir im Kreis!

LEONI LEONI

“Du Willsch es au”
(Bern)

Super-Slow-Core aus dem Herzen der Schweiz – «Du Willsch es au» ist einer von acht Songs, die Leoni Altherr auf ihrer Kassette «Super Slow» festgehalten hat. Leoni, die wir schon mit «Lolasister» lieb gewonnen haben, lässt hier ganz wunderbar die Synthie-Flächen schleifen, die Drummachine tuckern und schwebt gesanglich fast unverständlich am Mikro lang. DX7_4ever & music4radio!

Oktober 2019

Neue Platten auf dem Teller

HANK

“Gossip”
(Basel)

Wir haben unseren Morgenmantel gar nicht erst ausgezogen – zu kuschelig haben hier Frottéegewebe und Album auf uns eingewirkt. Der liebevoll ausgetüftelte Slacker-Pop ist nicht nur eine Verneigung an His Dudeness, sondern überaus gekonnt harmonisch und spielfreudig in Szene gesetzt. Macht etwas süchtig nach mehr verhängten Sonntagen.

KNÖPPEL

“Faszination Glied”
(St. Gallen)

Bereits nach 15 Sekunden Auftakt des zweiten Albums ist das Gravitationszentrum benannt: es geht um das geschlechtsspezifische Merkmal der Herren – das Glied. Seit ihrem vor drei Jahren erschienenen Debut „Hey Wichsers“, schmeisst das Garagen-Rock Trio kurze Oden über zentrale Themen der Männerwelt ins Publikum. Live oder ab Konserve – wir sind fasziniert.

SENSU

“Embrace”
(Baden)

Was für ein unglaublich starkes Debüt-Album der jungen Badener Beatmakerin Sensu! Darauf zeigt sie in knapp 40 Minuten und 12 Tracks ihr genreübergreifendes Können. Ob Electronica oder Rap, ob Instrumentals oder Featurings mit internationalen Gastsänger*innen: immer wieder schimmert unter der Oberfläche eine dunkle Pop-Energie hervor. Unser Anspieltipp: Tongariro.

September 2019

Neue Platten auf dem Teller

ONE SENTENCE. SUPERVISOR

“Acedia”
(Baden)

Es ist Betrieb bei den Badenern. Personell und klanglich erweitert – Bahur Ghazi ist als Oud-Spieler nun fix dabei und Multi-Instrumentalistin Sarah Palin ersetzt Dominik Meuter am Schlagzeug – wird heftig am Ist-Zustand unserer Gesellschaft gezweifelt. «Acedia», das dritte Album, wartet mit maximaler Intensität und einem Featuring mit der Berner Mundartprophezeiung Jeans For Jesus auf. Wir zweifeln in tiefer Verbundheit mit Euch.

GAMMA KITE

“EP 01”
(Frauenfeld)

Frauenfeld kann nicht nur HipHop Festivals, sondern auch lupenreinen Bedroom Pop. 417m über dem Meer hat der 21-Jährige Louis Keller – der eigentlich das Schlagzeug bei Bands wie “Carve Up!” oder “Yellow Space Machine” bedient – in seinem Schlafzimmer eine 4-Track starke EP ausgebrütet. Gemütliche Gitarrensounds, rollende Bassläufe und akzentreiche Rhythmik – das geht sehr wohl über den Thurgau hinaus.

BELL BARONETS

“Tied Up In Red”
(Zofingen)

2011 gegründet, 2012 im zweiten Anlauf bandXaargau gewonnen. Show um Show quer durch die Schweiz und Europa bis auf die grossen Festivalbühnen hat sich das Trio aus Zofingen die Finger und ihren Fans die Tanzfüsse wund gespielt. Nun liefern sie mit “Tied Up In Red” ein neues Album nach und erinnern uns daran das Bluesrock auch 2019 noch spannend und ohne Klischees daher kommen kann. Top!

Juli/August 2019

Sommer, Bands & Bühnen – und Kanal K mittendrin.

LORD KESSELI & THE DRUMS

(St. Gallen)
Chrutwäje, Aarau
Fr., 05. Juli

Hinweis: alle Instrumente sind auf A=432 Hz gestimmt und somit direkt mit dem Universum verbunden. Heilende Wirkung soll diese Stimmung haben. Nun, wir werden es sehen und erleben, wenn die Hohepriester der olfaktorischen Vernebelung uns durch ihre Songs vom letztjährig erschienenen Album “Melodies Of Immortality” transzendieren lassen. Göttliche Schwingungen, eh.

URBANE PRAXEN

(Romanshorn)
kleinLaut-Festival, Riniken bei Brugg
Fr., 26. Juli

Bericht aus der Zukunft: Glühende Strommasten, tanzende Hochspannungsleitungen, Elmsfeuer. Urbane Praxen brachten am Kleinlaut –Festival die Stromlieferanten der Region ins Schwitzen. Mit ihrem psychedelischen Rock-Sound hat das Trio die Magnetfelder derart in Schwingung versetzt, dass gemäss Bundesamt für Power in Riniken genug Strom erzeugt wurde um das CERN zu klimaneutralisieren.

KING PEPE & THE QUEENS

(Bern)
Musig I d‘Altstadt, Aarau
Fr., 23. August

Über Büsis, Doofe und dem Morgen, der ausfällt: selten kann uns jemand die Welt so schön aufdröseln wie der King. In verdichteter Form ein fünftes Mal auf dem Album „Karma OK“ zu hören. Und anscheinend ist selbiges „unter Einfluss eines kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränks mit Zitrone, Limette und Angosturabitter aus Australien entstanden“. Erfrischend nüchtern.

Juni 2019

Neue Songs aus dem K-Tracks-Programm

MEIMUNA

“Au Temps Des Coquillages”
(Orsières/ Wallis)

Völlig zu recht hat Cyrielle Formaz 2017 das Demo Of The Year am m4music eingeheimst und entfaltet seitdem nach und nach ihr künstlerisches Schaffen. Auf der Folk-Perle „Au temps des coquillages“ sind die Muscheln federleicht und die musikalische Zartheit wird mit sehr viel Stärke zelebriert. Polyphonie-Lektion Pt 1+2.

HYPERCULTE

“Siamo Tutti”
(Genf)

Simone Aubert und Vincent Bertholet verarbeiten in diesem treibenden Stück die seit den Neunzigern anhaltenden Proteste im Susatal, Turin, Italien gegen das multimilliardenschwere Verkehrsprojekt der Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin-Lyon. Vincents Erzählgesang und Simones treibendes Schlagzeugspiel vermitteln künstlerisch die angespannte Stimmung im Tal. Starkes Stück!

AM KAP

“Operator/Alligator”
(Bern)

Ploing, Ploing, Ploing – und los geht‘s: Es klappert, es rasselt und zischt. Und es macht sehr viel Spass zur klebrigen Masse aus verspieltem Bass und allerlei Instrumenten-Spielereien zu hüpfen und zu pogen. Und apropos „Hundekacke an Schuhsohlen“ – das Album „Some More Glue“ erschien als Socken. Und unser Footgangradio-Arem hat auch noch Hand angelegt – Gütesiegel-approved also.

Mai 2019

Alben für den Mai

LINDA VOGEL

“Maps To Others”
(Zürich)

Harfe, Beats und Poesie – das sind die Bausteine für kunstvolle, treibende, teils nach Luft schnappende Musik. Horizonterweiternd ist das, obwohl oder vielleicht gerade weil Linda Vogel ihr Debütalbum am Atlantik in Finistère – dem Ende der Welt – geschrieben hat. Mit Schlagzeuger Vincent Glanzmann bricht sie musikalisch auf zu neuen Ufern. Wir folgen ihr gern.

L’ÉCLAIR

“Sauropoda”
(Genf)

Sauropoden, also diese langhälsigen pflanzenfressenden Dinosaurier waren sicher auch so mega easy unterwegs wie das gleichnamige dritte Album der Genfer Band L’Éclair. Ende Mai wird es erscheinen und kurz darauf auch an der ausverkauften Bad Bonn Kilbi-Festival zu beklatschen sein. Und Pardon, mit Easy meinen wir natürlich nicht Easy-Listening! Sondern Proto-Groove!

VSITOR

“Keep On Running”
(Luzern)

Hiermit lässt es sich sehr schön fallen: In das Slow-Core-Klanguniversum von David Koch, in die ätherische Stimme von Lea Maria Fries und in die rhythmischen Richtungswechsel von Valentin Liechti. Das nun in Berlin lebende Trio bedient auf ihrem Debutalbum experminentelle Avantgarde-Pop-Electronica Liebhaber. Wir gehören auch dazu.

April 2019

Soundtracks für den Frühling

MOONPOOLS

“Bashful Lad”
(Basel)

„Bashful Lad“ ist eine verspielt-adoleszente Kissenschlacht im Songformat. Das Quintett hat bereits im Februar ihre Debut-EP „Turbulent Times“ auf den Markt gebracht. Marcie Nyffeler fährt hier mit einer Stimme auf, die so verletzlich laid-back aber gleichzeitig standhaft klingt, dass es uns noch lange in den Ohren nachhallt. Grosse Stimme.

GINA ÉTÉ

“Mauern”
(Zürich)

Basslauf und Schlagzeug-Click treiben den Song vor sich her wie das Ticken einer Zeitbombe. Analog dazu findet das Getriebene Ausdruck im wütenden Text über die US-Amerikanischen Abschottungsfantasien. Hier braut sich ein (musikalischer) Sturm zusammen, den keine Mauer dieser Welt stoppen kann.

LOUIS JUCKER

“Merry Dancers”
(La Chaux-de-Fonds)

Hierfür sollte man sich  besser hinsetzen: Gestatten «Merry Dancers», das letzte Stück vom aktuellen Album „The Crow’s Castle“. Der warme, zähflüssige Lo-Fi Slow-Core webt einen Teppich aus Harmonium, Wellenrauschen und dem Rattern eines Filmprojektors. Die eingesottene Melancholie und der Sud aus Leere wurden in einer Fischerhütte in Kråkeslottet, Norwegen aufgenommen.

März 2019

GRRRLZ ON AIR

Seit einem Jahr feiern wir den Frauentag einmal im Monat mit unseren F-Tracks: Non-Stop und Female Voices Only im Tagesprogramm. Aus gegebenem Anlass legen wir am 08. März, dem Internationalen Frauentag noch eine Schippe drauf. Im F-Tracks: Grrrlz On Air werfen wir einen Blick auf aktuelle feministische Themen und Plattformen, unterhalten uns mit Frauen über Politik und  übergeben das Mikrofon an starke Frontfrauen mit einer Livesession im Studio

PAMELA MÉNDEZ

(Bern)

Pamela Méndez macht hervorragende Indie-Pop Musik. Auf ihrem zweiten Album „Time“ hat sie mit Koryphäen wie Nikolas Stocker (Nick Bärtsch Mobile) und dem Grammy-Award-Gewinner und Produzenten Davon Odlum (u.a. Glen Hansard) zusammengearbeitet. Wir freuen uns auf die Autodidaktin und reden mit ihr über ihre Rolle als Künstlerin in der Gesellschaft.

ANNIE TAYLOR

(Zürich)

Das erste Mal haben wir im Juli 2017 über das Quartett um Gini Jungi (Sängerin und Gitarristin) berichtet. “Partner In Crime” – ein Brett von Song – verlor sich so wunderbar in Psychedelic und Grunge, dass es einer unserer liebsten Songs aus dem Jahr wurde. Derweil wir uns auf ihr Debut in ein paar Monaten freuen, legen sie unser Studio vorab schonmal schön in Asche.

Februar 2019

Endlich wieder OoaM in Baden – Kanal K überträgt das Musikfestival live am 8. und 9. Februar. Wir freuen uns auf:

BANDIT VOYAGE

(Genf)

2. Februar, Schaufenster

Ein Mann/Frau Duo welches auf Cheptel Records Genève im November sein sympathisches Debut „Le Gang“ herausgebracht hat. Eine durchwegs leichte Scheibe, welche mit Lo-Fi/DiY-Nonchalance und romantischen und vielleicht auch anzüglichen Duetten unsere Ohren & Herzen wärmt. Perfekt also für die wohlbekannten OOAM-Stadtkonzerte!

TRIO HEINZ HERBERT

(Zürich)

3. Februar, Stanzerei

Was die Herren Landolt-Hänni-Landolt da veranstalten mag manch eine/r Jazz nennen. Was wiederum manch andere/n abschrecken könnte, überhaupt in die Nähe der Stanzerei zu kommen. Die/Der gehemmte Letztere würde aber wohl noch so stocksteif nicht stillhalten können ob dieses verrückten Wahnwitzes. Wir werden sehen! Durch die Stanzerei müsst ihr alle!

ASBEST

(Basel)

8. Februar, Royal

Das Trio um Sängerin und Gitarristin Robyn Trachsel, der Bassistin Judith Breitinger und dem Schlagzeuger Jan Häfele, hat unlängst ihr Album „Driven“ veröffentlicht. Es ist ein für unsere Zeit, zu Recht wütendes Album geworden. Post-Punk und Noise-Rock geben sich die Klinke in die Hand. Es wird laut im Royal.

Dezember 2018/Januar 2019

2018 musikalisch rekapituliert

PRUNE CARMEN DIAZ

“December”
(La Chaux-de-Fonds)

Auf dem kleinen & feinen Label Hummus Records in La-Chaux-De-Fonds erschien im September diese wunderschöne, schleppende, dunkle Lo-Fi Soul Ballade von Prune Carmen Diaz. Eingespielt mit 4 Leuten und aufgenommen auf der guten alten 4-Track Bandmaschine. Ein Hoch auf die Vintage-Ästhetik.

B77

“A Friend”
(Fribourg)

Das Fribourger Duo haut erst seit 2017 so kleine und grosse verhängte Sommer-Electro-Pop-Perlen raus. «A Friend» – auf ihrem im Oktober erschienenen Album «Fleur» – fährt weiche Drumbeats auf flächige Synthie-Sounds auf Vocals im (H)All. Damit kann uns der Winter an der Badehose lecken.

AISHA DEVI

“International Dreams”
(Genf)

Ist das die Schwester von Arca? Nein, Aïsha Devi ist den meisten seit 2005 als Kate Wax geläufig. Ihren dunklen Elektro führt sie nun weiter, experimenteller und avantgardistischer. Die sperrige und mutige Soundorgie mit angehauchten Stimmfetzen findet sich auf dem Album «DNA Feelings». Gross!

November 2018

Neue Songs aus dem K-Tracks-Programm

MANTA YOUF

“Llover”
(Baden)

Die Drummachine ist angeschlossen, die Stimme durchgetuned und auf die Synthieflächen und Gitarrenriffs wäre jede 80er Jahre Band stolz: das Manta-Quartett kann starten. Und ihrer ersten Single vom im Februar erscheinendem Album «Vol .1» geben wir viel Liebe zurück.

FLOORBROTHERS

“Ultimate Fool”
(Zürich)

Schon ab dem ersten Akkord gehen unsere Sehnsuchtsporen weit auf. «Ultimate Floor» ist ein kleiner Roadtrip in Songformat, entworfen von Reto Vogler und Dani Nievergelt (Disco Doom/ Legendary Lightness). Schade, dass 3.12 Minuten so schnell vorbei sein können. Schön, dass das Album  Anfang Dezember erscheint.

VOUIPE

“Bangkok”
(Wallis)

Das Walliser Duo macht analogen Electro mit Didgerido, Alphorn & Fujara (slowakische Schnabelflöte!) und unterstreicht seine Live-Show mit funkelnden Visuals. Auf der bereits fünften EP «Cosmic Hum» verarbeitet Dimitri Güdemann, Audio-Mastermind hinter Vouipe, die Eindrücke kürzlicher Reisen.

Oktober 2018

Neue Songs aus dem K-Tracks-Programm

KLAUS JOHANN GROBE

“Siehst Du mich noch?”
(Zürich)

Die Discokugel dreht sich wieder, das Duo lädt zur krautigen Tanzmusik ein. Und derweil einem in gewohnter  Manier die Texte wie aus dem Orbit umkreisen, lässt es sich auch auf ihrem dritten Album «Du bist so Symmetrisch» ganz wunderbar Schwofen. „Der Shit ist episch“!

CYRIL CYRIL

“Sous la mer c’est calme”
(Genf)

Zwei Cyril’s aber eine Leidenschaft! Cyril Yeterian – Laden- und Labelinhaber von Bongo Joe und Teil von Mama Rosin trift auf Cyril Bondi – Perkussionist von Diatribes, La Tène, Insub Meta Orchestra. Ihr musikalischer Sehnsuchtsort in Albumform «Certaine Ruines»  trägt sie weit übers Meer. Wir gehen mit.

ANNA AARON

“Moskito”
(Basel)

Von Sophie Hunger entdeckt, Basler Pop-Preis-Gewinnerin und  Support-Act vom Erik Truffaz Quartet: Anna Aaron ist seit 2007 fleissig am Abräumen. Ihren verspielten und intelligenten Synthie-Pop führt sie mit „Moskito“ weiter. Ihr drittes Album «Pallas Dreams» erscheint im Januar. Wir zählen die Tage bis dahin.

September 2018

Neue Platten auf dem Teller

FREDY STUDER

“Now’s The Time – Solo Drums”
(Luzern)

Der 70-Jährige Autodidakt und Avantgarde-Jazz Drummer hat auf über 100 Tonträgern mitgewirkt – jetzt erschien sein erstes Soloalbum. Er ist ein Arbeiter am Schlagzeug, aber das mit einer schier unendlichen Virtuosität, die jeden der 14 Songs auf dem Album einzigartig macht. 70×100:14=500 Punkte.

LEECH

“For Better or for Worse”
(Zofingen)

Wer die Band schon mal live sehen durfte, weiss, dass einem ihre Soundwand direkt in ein Parallel-Universum katapultiert: Post-Rock at it’s best und das seit mehr als 20 Jahren. Sechs Songs nach sechs Jahren Wartezeit: das hat sich definitiv gelohnt.

LONG TALL JEFFERSON

“Lucky Guy”
(Luzern)

Songwriter und Storyteller Simon Borer erweitert auf seinem Zweitling „Lucky Guy“ sein Instrumenten-Fuhrpark um Drumcomputer, E-Gitarren, Klarinetten, Piano, Violinen, Perkussion, etc. Das greift wunderbar ineinander und verleiht den Arrangements noch mehr Weite. Das macht uns glücklich.

Juli/August 2018

Diesen Bands wollen wir im Festivalsommer bei der Arbeit zuschauen

BLACK SEA DAHU

(Zürich)
kleinLaut-Festival
Sa., 28. Juli

Ehemals als JOSH unterwegs, geht Bandleaderin, Sängerin, Gitarristin und  Komponistin Janine Cathrein mit Black Sea Dahu einen Schritt weiter: das Songwriting ist noch ausgefeilter und imposanter geworden. Grossartige Stimme und grossartige Musik.

FRANK POWERS

(Brugg)
Musig i de Altstadt, Aarau
Sa., 25. August

Im Januar hat der 26jährige Tausendsassa seinen “Flohzirkus” als EP veröffentlicht. Charmant quirlig und melancholisch tiefsinnig klingen seine 5 Songs auf Deutsch, Französisch und Englisch. Das passt gut zu einem ausgetüftelten Cocktail im Waldmeier.

DUCK DUCK GREY DUCK

(Genf)
Musig i de Altstadt, Aarau
Fr., 24. August

Das Genfer Trio legte schon vor 15 Jahren los und hat ihren Sound stetig verfeinert. Anfang Jahr erschien ihr aus vier Elementen bestehendes Klangpanoptikum „Traffic Jam“. Die surfenden 60er treffen die psychedelischen 70er und kommen ganz im Hier und Jetzt an.

Juni 2018

Musik für den Frühlingssturm

ORCHESTRE TOUT PUISSANT MARCEL DUCHAMP

“Sauvage Formes”
(Genf)

Diese Band braucht viel Platz! Denn das avantgardistische Improvistationskollektiv ist mittlerweile auf 14 Mitglieder angewachsen. Eine grosse Bühne verdient auch ihr Jazz-World-Rock-Pop-Sound, der von John Parish (P.J. Harvey, Eels, u.v.m.) produziert wurde.

APHROTEK

“Stories”
Neuenburg/Basel

Das Debutalbum vom Produzenten Aphrotek (aka Eliyah Reichen) und dem Komponisten Dominik Burkhalter ist ein musikalischer Wirbelwind: Jazz meets HipHop meets Punk meets Featurings von u.a. Meshell Ndegeocello, David Bowies „Blackstar“ Band Members Donny McCaslin und Tim BanLefebvre

FLEXFAB

“Places feat. The Venopian Solitude”
(Neuenburg)

Pablo Fernandez alias FlexFab releast nun wieder erstes Material nach seiner LOAS EP 2016, mit welcher er am 25 Jahre KiFF Jubiläum den Saal abfackelte. Bassmusik aus Neuchatel. Wir sind gespannt auf das Album!

Mai 2018

Songs für die Nacht

MARLON BRANDLOCH

“Loose”
(Bern)

Hans-Jakob Mühlethaler aka Chocolococolo aka Hansimoto aka einer von den Mundartisten aka der Produzent des neuen Tinguely Dä Chnächt Albums aka Marlon Brandloch, hat Anfang März ein höchst empfehlenswertes elektronisches Album gedroppt: Beasts Pt.1.

URSINA

“You Have My Heart”
Zürich

Ursina, die ursprünglich aus Graubünden kommt,  ist schon seit einigen Jahren mit diversen Songs auf unserer Playlist zu Hause. Jetzt hat sie sich für den Remix von „You Have My Heart“ Unterstützung vom Meister Pablo Nouvelle geholt. Eine wunderbar sphärische Nummer.

TOMPAUL

“Rehauto”
(Baden)

Das Trio aus Baden hat soeben ihre zweite EP „Motions“ veröffentlicht. Tanzbare Sounds, die sich zwischen Pop und Electronica eingerichtet haben und das, obwohl sie mal als Singer/Songwriter-Projekt gestartet sind. Das kommt auch auf Gigs abroad gut an.

April 2018

Diese Songs muss am gehört haben

PAMELA MÉNDEZ

“I Will Die”
(Bern)

2011 hat sie mit „Bubble Bubble“ mal eben die Schweizer Popmusik umgekrempelt, nun meldet sich die Bernerin mit „I Will Die“ zurück. Vom Titel sollte man sich nicht in die Irre führen lassen, denn es ist eine „Liebeserklärung an das Leben“, wie sie selber sagt. Wir sterben und lieben mit ihr.

FREDDY BABBA KI

“Ventus”
(Baden)

Freddy Baba Ki a.k.a Freddy Fra hat uns mit seinem verspielten Electronica-Ambient Song “Ventus” komplett vom Stuhl gehauen. Der Track ist auf seiner EP „8:00 AM“! Auf Soundcloud in diesen Song & seine anderen Kollaborationen reinhören! Sehr smooth & wir freuen uns auf mehr!

STARK LEANER

“Zone Zwei”
(Zürich)

Ehemalige & aktuelle Mitglieder der legendären Schweizer Indie-Rock Band Disco Doom. „Zone Zwei“ erschien beim St. Galler Label La Suisse Primitive auf der zweiten „Transnational Series“ Split LP zusammen mit Mint Mind aus Berlin. Bitte laut anhören, damit alle was davon haben!

März 2018

Geballte Schweizer Frauenpower am Popmusikfestival M4Music. Das Musikfestival findet vom 22. bis 24. März statt. Kanal K überträgt live am Freitag und Samstag.

ÉMILIE ZOE

(Waadt)

Fr, 23. März, OpenAir Bühne

Alles was Emilie Zoé macht ist grossartig. Ob als Solokünstlerin, als Bandmitglied bei Anna Aaron oder zusammen mit Louis Jucker bei der Band Autisti: die Autodidaktin besticht mit ihrer grossartigen Stimme und ihrem ausgefeilten Songwriting.

SANDOR

(Waadt)

Fr, 23. März, Moods

Inspiriert vom Synth-Pop der 80er Jahre kreiert die Songwriterin und Sängerin Sandor ein Universum aus geheimnisvoller Musik. Mit ihren französischsprachigen Texten erzeugt sie verführerische Atmosphären, die uns einfach nicht mehr loslassen.

MAMA JEFFERSON

(Zürich)

Sa, 24. März, OpenAir Bühne

Das Trio um Frontfrau und Bassistin Vanja Vukelic ist spätestens seit ihrer Single „Liquor Liquor“ eine Konstante in der hiesigen Musiklandschaft. Mama Jefferson liefern wuchtige Songs zwischen Garage, Rock und Trash. Ihre Liveperformance wird garantiert schweisstreibend.

Februar 2018

Neue Platten auf dem Teller

LEN SANDER

“The Future of Lovers”
(Zürich)

Bassdrops die bewusst übersprungen werden und so eine intime Spannung aufbauen nur um dann die Richtung zu wechseln und von hinten zu Gänsehaut-Sprüngen ansetzen: Die Band nennt es Space-Pop. Melancholische RnB Elemente treffen auf Electro-Pop Hymnen.

DENNIS KISS & THE SLEEPERS

“Asleep”
(Baden)

Noch bevor ihre Debüt-EP überhaupt erhältlich ist geht diese blutjunge Band aus Baden damit schon auf Deutschland-Tour. Man darf sich also vom Titel dieser Scheibe nicht täuschen lassen, denn “Asleep” ist das bestimmt nicht. bandXaargau 2017 Sieger. Zu Recht.

LE ROI ANGUS

“Est-ce que tu vois le tigre?”
(Genf)

Ein Sprung über den Röstigraben: das Genfer Quintett veröffentlicht bereits ihr zweites Album. Darauf zu finden sind 10 Songperlen, die mit Chanson, Pop und Twang liebäugeln und alle auf samtigem Französisch eingesungen wurden. Nous voyons le tigre!

Dezember 2017 / Januar 2018

Best Of Schweizer Musik 2017 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, wir lassen es musikalisch nochmal Revue passieren. Vom 18. Dezember bis 07. Januar spielen wir die besten Songs 2017. Eine kleine Vorschau auf unsere Schweizer Best Of’s gibts hier:

Aérotique (AG), All XS, Alois, Amorph, Annie Taylor, Anoraque, Autisti, Baze, Benji Bonus (AG), Big Zis, Blind Butcher, Carvel‘, Dachshund, Dans La Tente, Dario & Dersu, Dawns Mystery, Dejot, Dirty Sound Magnet, Dubokaj, Ellas (AG), Egopusher, Fai Baba, Francois Boulanger, Guy Mandon (AG/BS), Hanreti, Harvey Rushmore And The Octopus,  Hroski (AG), HUGOwho, I Made You A Tape, Jeans For Jesus, Jon Hood, JPTR, Julian Sartorius, Jurczok 1001, Lo Fat Orchestra, Lord Kesseli & The Drums, Luke Le Loup, Kalabrese, Martin von Siebenthal, Me + Marie, Mewa, Mister Milano, Muthoni Drummer Queen, Null + Void, Peter Kernel, Rolf Saxer, Romain Iannone, Rio, Rizzoknor, Rocky Wood, Saint  Estrela, Serious Number (AG), Serpentine (AG), Thierry Emanuel,  The Jackets, The Legendary Lightness, Pazkal, The Pussywarmers & Reka’s Elektronische Abteilung, Tim & Puma Mimi, Tribe Frowst, Trio Heinz Herbert, Twerking Class Heroes, UFO, Us & Sparkle, Visions In Clouds, Vouipe, Wolfman, uva.

Schweizer MusikerInnen sind uns lieb und teuer. Das ganze Jahr über feilen wir deshalb an einer breiten Auswahl für unsere Rotation.

Damit das so bleibt, empfehlen wir ein Nein zur No-Billag Abstimmung am 4. März 2018.

November 2017

Neue Platten auf dem Teller

DACHS

“Du Da Do”
(Siedl Records / Irascible)

„…döt fahrt jo no e Postauto.“ Wenn Ironie und eine catchy Hookline aufeinanderfahren, dann steckt das St. Galler Duo Dachs dahinter. Und sie nehmen uns mit auf ihrer Reise über’s Land und durch die Berge, treffen auf alte Männer mit Stock, Wanderer und andere Exoten. Schöne Schweizer Momentaufnahme in Songform und eine gekonnte Neu-Interpretation vom alten Kinderlied.

EVELINN TROUBLE

“Sunset Everytime”
(Radicalis)

Evelinn Trouble – die Schweizer Exillondonerin in Berlin setzt uns mit dieser vordergründig leicht anmutenden Nummer in Brand. Doch das Sehnsuchtsmoment wird hier auf Leinwandgrösse gesungen und von ihrer Band akkurat begleitet. Wut, Trauer, Kraft und Stärke waren schon immer Troubles Themen und werden auch auf der im Frühjahr erscheinenden EP zu hören sein.

MUTHONI THE DRUMMER QUEEN

“Million Voice”
(Mouthwatering Records)

Das schweiz-kenianische Projekt zwischen Muthoni Ndonga & den Schweizern GR! & Hook haut auf den Deckel. Eine wuchtige Bassdrum gibt den Takt und Muthoni singt über die harten Lebensbedingungen der Arbeitenden in Kenia. Starker Song & Video.

Oktober 2017

Neue Platten auf dem Teller

US & SPARKLES

“You Are About To Hack Time”
(Zürich)

Es pluckert, es knistert, dezente Töne wie in einer Tropfsteinhöhle, ein zurückhaltender Beat, ein zartes Gitarren-Lick und dazu eine ätherische Stimme, die die Songs zusammenhält wie Öl. Das Produzenten-Duo Roland Vollenweider und Philip Cron und die Sängerin und Komponistin Amire kreieren sphärische Klanglangschaften für die Morgendämmerung.

WOLFMAN

“Sun Sun”
(Zürich)

Laid-Back Kopfnicker aufgepasst – hier folgt der dritte Streich des Zürcher Duos um Katerina Stoykova und Angelo Repetto. Die ganze EP klingt wie ein Fiebertraum in der staubtrockenen Wüstensonne nach einer durchtanzten Clubnacht. Treffender Name also: „Sun Sun“.

JON HOOD

“Body Semantics”
(Luzern)

Was machen Joan Seiler (Joan & The Sailor), Martin Schenker (Alois) und Mario Hänni (Rio)  wenn sie gerade nicht in ihren Stammbands spielen: sie gründen eine neue Kollab. „Body Semantics“ ist verträumt, mystisch, mit akustischen Gitarrenpattern, manchmal mit stampfiger Bassdrum, manchmal nur spärlich perkussioniert, aber immer mit Joans luftigen Vocals versehen.

Juli / August 2017

Songs für die Sommermonate

BENJI BONUS

“Quartierfäscht”
(Baden)

Benji Bonus hat gute Laune und fährt damit durch sein Quartier, also unsere Nachbarschaft. Diese leichte Nummer macht auch dem Letzten klar, dass jetzt Schluss ist mit Trübsal blasen. Funk montiert? Check.

JULIAN SARTORIUS

“Le Pont – Vich”
(Bern)

Wandern mal ganz anders: mit zwei Schlagzeugsticks im Anschlag bahnte sich Julian Sartorius den Weg von Basel nach Genf, um auf allem draufzuhauen, was nicht lebendig war. Die experimentelle Klangcollage gibt es auf Vinyl und als Wanderkarte!

ANNIE TAYLOR

“Partner In Crime”
(Zürich)

Surf-Gitarren, Handclaps und eine verschwörerische Frauenstimme: das Quartett hat sich erst letztes Jahr gegründet und legt mit ihrer ersten Single schon einen wunderbar entspannten und selbstverständlichen Surf-Pop-Rock hin, als wären sie schon immer da gewesen.

Juni 2017

Songs für die Sommermonate

SAINT ESTRELA

“Carnival”
(Genf)

Präsent vom ersten Ton weg, schweben wir spätestens seit der m4music/DemotapeClinic mit dem Song. Die Ein-Mann-Band verzaubert uns mit einem perligen Soundbild, einer psychedelischen Bossa-Nova-Indie-Pop-Nummer. Der Sommer kann kommen!

HERMANN

“Plakat”
(Luzern)

Hier liegt der Fokus auf dem Wesentlichen: eine Drum Machine aus den 60igern, die für den stoischen Beat sorgt, ein paar halligen Gitarren, Synthie-Melodien und Mundart-Texten. Das erste Lebenszeichen des Luzerner Trios ist ein Vorgeschmack auf das Album „Hermann“.

FRANCOIS BOULANGER

“Ohen”
(Basel)

Funky, jazzy, rumpelige Knister-Nummer von der Debut EP „Svit“ des Baslers Francois Boulanger. Erschienen auf dem Basler Label Oro Negro – könnte aber ebenso gut über Ninja Tune gekommen sein. Geht gut zu schwarzem Kaffee.

Mai 2017

Plattentipps

THE LEGENDARY LIGHTNESS

“April & Hearts”
(Ronin Rhythm Records / Irascible)

Die Zürcher Legendary Lightness liefern mit «April Hearts» ihr drittes Album ab. Entschleunigt, mit legendärer Leichtigkeit und zwei neuen Mitmusikern bietet die Band um Daniel Hobi acht eigenwillige aber auch eingängige Songperlen. Vier Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. In der Zwischenzeit sind Kinder zur Welt gekommen, man wollte es ruhiger angehen mit der Musik. Hat nicht geklappt, zum Glück für uns HörerInnen. Bravo, eine schöne Scheibe!

ODD BEHOLDER

“Atlas”
(Mouthwatering Records)

Als frischgebackene Gewinner des «Best Swiss Video Clip 2017» mit dem Clip «Landscape Escape» im Gepäck, erschien kürzlich die zweite EP „Atlas“ vom Zürcher Duo Odd Beholder. Und auch auf den neuen fünf Tracks, bauen sie Klanglandschaften aus flirrenden Electronica Sounds und schwebenden Gitarren. Daniela Weinmann’s kühler Gesang harmoniert hier wunderbar mit dem Dreampop von Produzent James Varghese –  und der stammt übrigens ursprünglich aus Baden.

April 2017

Die Talentschmiede: 10 Jahre bandXaargau

Junge Bands spielen sich aus den dunklen Proberäumen und Garagen der Region ins Scheinwerferlicht. Seit zehn Jahren bietet das bandXaargau jungen und unbekannten Musiktalenten aus dem Aargau nicht nur eine Bühne, sondern auch eine grosse Chance. Die Bewertung einer Jury aus Musikern und Musikredaktoren bringt die besten Bands verschiedener Vorausscheidungen im ganzen Kanton anschliessend ins grosse Finale. Die Sieger werden mit Publicity und weiteren Auftritten auf ihrem weiteren Weg zum Erfolg unterstützt. Für viele ehemalige Gewinnerbands ist das das Sprungbrett für ihre weitere Karriere. Am 5.Mai feiert das bandXaargau seinen 10-jährigen Geburtstag mit einem Konzert, das die Highlights der aargauischen Talentsuche noch einmal an diesem Abend auf die Bühne bringt. 250 Bands haben an 45  Veranstaltungen im letzten Jahrzehnt auf sich aufmerksam gemacht. Auf folgende Siegerbands dürfen wir uns am Jubiläumskonzert freuen:

(Text Eva Pasche)

WHO’S PANDA

Die Badener Band zeichnet sich durch ihren unverwechselbaren Disco-Rock-Mix aus. Anfang Januar diesen Jahres erschien ihr Song „Quiet Man“, in dem Sänger Valentino wieder mit seiner einzigartigen, tiefen Stimme überzeugt. In englischer Sprache, die jedoch noch eine sympathische Prise seiner Schweizer Herkunft erkennen lässt, redet und singt er über die Einsamkeit des „Quiet Man“. Das ist auch der Titel des Albums von Who’s Panda, das Anfang März veröffentlicht wurde.

BELL BARONETS

Für die Band bedeutete die Teilnahme gleichzeitig auch ihre ersten Live-Erfahrungen auf einer Bühne. Als Einsteiger war das die Chance entscheidende Kontakte in der Musikszene zu knüpfen. „Unsere Karriere ist wirklich stark mit dem bandXaargau verbunden, denn wir haben auch den Produzent unserer EP dort kennengelernt.“, betont Silvan. Anfang Februar erschien der Song „Gone for Good“ der Zofinger Jungs. Die E-Gitarren dröhnen verzerrt um im Refrain ausgelassen zu heulen, perfekt für alle passionierten Luftgitarrenspieler. Der Song war der erste rockige Vorgeschmack auf das neue Album „The Strong One“, das ebenfalls Anfang Monat veröffentlicht wurde.

WEEKEND WARRIORS (Sieger 2016)

Die Band hat letztes Jahr als erste Metal-Band überhaupt in der Geschichte des bandXAargau das Musikpodest erklommen. Ihre erste Single “Fire” (inkl. Bonustrack “Cold”) ist seit Anfang Jahr draussen.

FUTURE RELIC (Sieger 2015)

Nach zwei Songs aus dem Jahr 2015 und einem Auftritt am grossen Tag der Live-Musik haben sie Ende letzten Jahres den neuen Track “Barricades” veröffentlicht. Begonnen haben Timothy Bruce und Danilo Cera als Duo und sind nun die Leadsänger der Quartetts.

Jeans for Jesus – Pulsierende Mundart

Das Berner Quartett hat vor drei Jahren das Mundart-Popgenre umgekrempelt und mit ihrem ersten Song „Estavayeah“ einen gehörigen Indie-Hit vorgelegt. Auch auf ihrem zweiten Studioalbum „P R O“ schweben ihre Texte mit Berner Dialekt über elektronische Soundscapes. Unser Puls schlug höher, als Anfang Jahr endlich neues Songmaterial von Jeans for Jesus ins Haus flatterte. Mit dem Track „Dr letscht Popsong (Gäubi Taxis im Sand)“ durften unsere Ohren wieder in die Ferien mit Berndeutscher Gelassenheit, die das unbeschwerte Sommergefühl in die kalten kühlen Frühlingstage holt. Und dabei spielte es keine Rolle, warum da gelbe Taxis im Sand stehen oder Palmen im Wind wehen. Jeans for Jesus sind mit einem Hit zurück: das muss man einfach geniessen.

Auf dem neuen Album „P R O“ erwarten uns 18 Songs, die hier und da auch das aufmerksame Zuhören einfordern. Zum Beispiel der schlaftrunkene Song „Puli“, der mit den gesäuselten Worten beginnt: „Mir wändä üs ar Sunne zue, chöntä wartä bises dunku wird“. Hier bleibt jeder dran, der den Klängen folgen und die Texte verstehen will. Mit der Kombination aus verspielt-vielschichtigen elektronischen Sounds und gut austarierten Popmelodien bieten Jeans for Jesus einen sehr gelungenen Nachfolger zum selbstbetitelten Debut aus dem Jahr 2014.  Wir können nur hoffen, dass sie es mit dem Titel „Dr letscht Popsong“ nicht zu ernst meinen; möge es bitte nicht der Letzte sein.

(Text Eva Pasche)

März 2017

SOUNDS: “Rio ist ein Klanglabor ohne Grenzen”

Hinter Rio steht der Multiinstrumentalist Mario Hänni, der seine Wurzeln im aargauischen Beinwil am See hat, in Basel zur Schule ging, in Luzern wohnte und seit einigen Jahren sein Zuhause in Zürich gefunden hat. Leichtfüssig bewegt sich seine Musik in einem Kosmos aus Jazz, Soul und Pop. Harmonisch anspruchsvolle Songs über die Liebe und das Leben gehen auf in Popperlen. Kürzlich erschien seine Debut-EP “Magnus”.

Deine Wurzeln liegen im Aargau (Beinwil am See). Vor einigen Jahren bist Du nach Zürich gezogen. Warum Zürich?

Ich ging zwei Jahre in Basel zur Schule, wohnte 3 Jahre in Aarau, 5 Jahre in Luzern, habe Freunde in St.Gallen, Biel, Oberkulm, Hombrechtikon usw. Zürich ist für mich eine Stadt, in der ich kommen und gehen kann, wann ich will, ohne mich komisch zu fühlen. Ausserdem ist Zürich ziemlich zentral. Logistisch praktisch.

Du spielst in diversen Bands (Mnevis, Pablo Nouvelle, Hanreti, Trio Heinz Herbert, uvm) als Schlagzeuger, Gitarrist und bist Sänger und bist derzeit auch in der Theaterinszenierung „Romeo und Julia“ in Luzern mit dem Trio Jon Hood involviert. Wie kriegst Du diese diversen Projekte unter einen Hut?

Da staune ich auch immer wieder. Im Moment bin ich 50% im Büro und 50% am Musizieren. Musiker zu sein hab ich mir immer anders vorgestellt J Das gehört aber dazu. Die Schwierigkeit ist vor allem, dass man die musikalischen Ideen und Visionen und den zwischenmenschlichen Flow nicht aus den Augen verliert, wenn man so viel Büro macht.

Du hast eine Jazz-Masterausbildung an der Musikhochschule Luzern abgeschlossen, pendelst musikalisch zwischen Jazz, Soul und Electronica-Pop. Das ist eine weite Bandbreite. Welche Künstler aus Deiner Plattensammlung haben Dich am meisten inspiriert?

Da gibt es viele Beispiele: Mit ca. 14 Jahren habe bei meinen Eltern „Harvest“ von Neil Young entdeckt. Der Drumgroove von Out on the Weekend oder Old Man hat mich nachhaltig beeinflusst. Durch Freunde entdeckte ich Portishead, Radiohead aber auch Marvin Gaye oder Dr.John.

Wie kam es dazu, dass Du nun auch Solo als Rio unterwegs bist und vor kurzem Deine Debut-EP „Magnus“ veröffentlicht hast. Wann und wie ist die EP entstanden?

Rio ist ein Kosmos, der sich parallel zu bestehenden Bands und Arbeiten, immer bewegt und entwickelt. Es ist ein Pool von Ideen, die kommen und gehen, zwischen Popsongs und Noise. Es ist das geheime Klanglabor ohne Grenzen. Die EP ist im Oktober 2015 entstanden. Mit meinem Freund und Toningenieur Manuel Egger habe ich 3 Wochen lang Songs geschrieben und aufgenommen. Die EP ist eine Momentaufnahme dieser Zeit.

Mit wie vielen Leuten hast Du die EP eingespielt und wie setzt Du das live um?

Bis auf Bläser und einen Pianopart habe ich alles selber eingespielt. Auch live soll sich die Freiheit, neues zu kreieren, entfalten können. Am OOAM spiele ich mit meinem Bruder David Hänni im Duo. Am 30.3 spiele ich Solo im Neubad Luzern. Eine Band ist auch schon in den Startlöchern. Nicht alles wird in Stein gemeisselt, sondern Moleküle neu angeordnet.

Beim Video zum letztjährigen Song „The Knife“ laufen die Protagonisten durch die Baustellen der Zürcher Agglomeration – ein trauriges Setting. Dabei ist der Song ein schwebendes Feuerwerk der Harmonien, der immer wieder Hoffnung versprüht. Worum geht es in Deinen Songs?

Ich habe Gesang sehr lange als Melodieinstrument in Songs gehört. Texte zu verstehen und selber zu schreiben ist für mich ziemlich neu. Ich finde es aber spannend. In meinen Texten geht es um das Leben und die Liebe.

(Text Sandra Tayert)

m4music 2017: Highlights an der grössten Schweizer Popmesse

ODD BEHOLDER

Ein in Zürich beheimatetes Duo, das uns im letzten Jahr mit ihrer EP “Lighting” überrascht hat. Darauf zu hören sind wunderbar entschleunigte, verträumte Songs.

YOUNG FATHERS

Sie haben ihre Heimatstadt Edinburgh auf den Hip-Hop-Radar gehievt und dafür den renommierten Mercury Prize gewonnen. Dabei geht ihre Musik weit über Rap und Hip-Hop hinaus, sie verbindet Soul mit Rap und mit Indie, und verpackt das in anklagende Songs über die aktuelle Weltlage.

PANTHA DU PRINCE

Der Deutsche ist Grossmeister der Verschmelzung von House, Minimal und Electroacoustique. Auf seinem Release “The Triad” baut der Klangsammler Schicht um Schicht Housetracks aus organischen Elementen. Funktioniert im Club, aber auch zu Hause im Wohnzimmer.

Februar 2017

Melancholie statt Happy Sound: Fünf Fragen an Jorina Stamm, die Sängerin der jungen Brugger Band Ellas, die sich der düsteren, emotionalen Musik verschrieben hat.

Wieso trägt die Band den Namen Ellas?

Irgendwann hatten wir es satt, nur über uns zu schreiben, darum erfanden wir die imaginäre Person Ella. Jeder soll sich mit Ella identifizieren können. Im Nachhinein haben wir dann realisiert, dass „Ella“ rückwärts gelesen „alle“ heisst.

Auf welcher Bühne möchtet ihr gerne einmal auftreten?

Wir haben uns das schon des Öfteren überlegt, konnten uns aber nie auf eine Bühne einigen. Das Montreux Jazzfestival wäre toll. Der „Oberburner“ wäre allerdings ein grosses Festival in Island.
Wenn wir aber realistisch denken, ist das ein sehr grosses Ziel und momentan noch weit weg.

Wie sieht euer Proberaum aus?

Unser Proberaum ist nicht speziell, ganz schlicht. Man muss aber erwähnen, dass wir alles in diesem Raum selbst gemacht haben. Es steckt also viel Herzblut und Arbeit in diesem Proberaum.

Wie nervös seid ihr vor der Taufe eurer ersten EP „You cannot drown a fish”?

Vor Kurzem hatte ich einen Albtraum: Es hatte kaum Publikum und nach der Hälfte des Konzerts sind die meisten wieder gegangen. Das wäre das „Worst-Case-Szenario“. Wir glauben aber, dass es gut kommt, schliesslich haben wir so lange auf diesen Moment hingearbeitet. Nervosität gehört dazu.

Welche vier Dinge würdet ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?

Wir würden sicher alle etwas zum Musikhören mitnehmen.
Marius Meier, unser Bassist, bräuchte sicher seinen Kontrabass, ohne diesen würde er durchdrehen. Ansonsten das, was man zum Überleben braucht:  Essen und Trinken.

(Text Natalie Schluep)

Dezember 2016 / Januar 2017

Guter Lärm aus Baden: Fünf Fragen an Pamplona Grup, die sich auch “basisdemokratische Sowjetunion in Tönen” nennt.

Heute (25.11) erscheint euer Debüt-Album «hoi.». Wie war der Entstehungsprozess ?

Fein und lang. Ein Höhepunkt nach fünf Jahren Freundschaft. Wir glauben, es ist guter Lärm entstanden. Unsere Klänge flossen durch ein riesiges Mischpult und eine analoge Echo-Maschine – das ganze zu Acht in einem kleinen Raum in London, in dem auch schon Amy Winehouse und Adele ihr Gesicht an die Scheiben der Trennwände gedrückt haben.

Was hat Euch der Beitrag vom Kuratorium gebracht?

Dank der Unterstützung konnten wir in total entspannter Atmosphäre an «hoi.» arbeiten. Er schenkte viel Raum, um uns musikalisch ordentlich auszutoben und zwischendurch auch mal ein Sandwich zu verdrücken.

Ihr spielt Klezmer: Warum? Was ist eure Inspiration?

Wir denken, dass sie gut zu uns passt, diese eigenwillige Mixtur aus Klezmer, Gipsy und Balkan, die gründlich aufräumt mit dem Humpa-Klischee, ohne einem einen Stock zwischen die Tanzbeine zu werfen.

Ihr seid 8 Leute. Wie habt Ihr euch kennengelernt ?

Wir flogen aus dem Überall auf Teppichen aufeinander zu, oder wie war das nochmal? Die Gründung haben wir ömel sicher mit Gin Tonic begossen.

 Mit wievielen Autos müsst ihr jeweils zu Euren Gigs anreisen?

Grundsätzlich fahren wir mit acht Porsche Cayennes vor. Wenn es zu wenig Parkplätze hat, dann nehmen wir auch mal den Bummler oder das Postauto.

Die drei Aargauer Lieblingssongs von 2016

NEFEW

“Cash Out”

(Rap)

Wie, die sind aus dem Aargau? Ja, und dahinter steckt das Duo PA-Double und Polemikk. Sehr geil.

ONE SENTENCE.SUPERVISOR

“Algo Rhythm”

(Indie)

Der Song der Badener Band ist das i-Tüpfelchen ihrer psychedelischen Reise.

RIO

“The Knife”

(Pop)

Hinter Rio steht Mario Hänni, ein Ex-Aargauer. Wenn die Drums bei 2:22min einsetzen, kriegen wir Gänsehaut.