Gengahr

A Dream Outside

Seit über einem Jahr werden Gengahr schon als UK-Geheimtipp gehandelt. Am englischen Glastonbury-Festival traten sie mit ihrem Demo »Fill My Gums With Blood« ins Rampenlicht der Indie-Szene. Jetzt veröffentlicht das Londoner Quartett mit »A Dream Outside« ihr Debüt-Album. Darauf schmücken psychedelische Gitarren-Riffs die funkigen Basslinien mit pulsierenden Rhythmen. Obenauf schwebt die akkurate Falsettstimme des Sängers Felix Bushe. Im Song »She’s A Witch« hüpft der Bass förmlich in Disco-Manier davon; treibend aber nicht hektisch zieht sich das Lied bis zum finalen Gitarrensolo und hinterlässt doch einen melancholischen Nachgeschmack. Im Gegensatz dazu gibt einem der Instrumentaltrack »Dark Star« das Gefühl, inmitten eines Traums durch den Himmel zu fliegen. Eine Garantie zum Schweben bieten alle 11 Songs auf »A Dream Outside« und damit machen die vier Londoner Jungs von Gengahr einen grossen Schritt in Richtung Festivalbühnen dieses Sommers.

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Howling

Sacred Ground

Einfach aber gross! So klingt das Debut-Album »Sacred Ground« von Howling. Das deutsch-australische Duo pflegt seit einigen Jahren eine interkontinentale Zusammenarbeit. Vertrauen spielt dabei eine grosse Rolle, wenn die beiden über diese Distanz ihre Songs schreiben. Die ätherische Stimme des mittlerweile in Los Angeles wohnhaften Singer/Songwriters Ry X und die elektronischen Klangschichten des Wahlberliners Frank Wiedemann – den einige auch vom Deep-House-Projekte »Âme« kennen – ergeben zusammen hypnotische Soundscapes. Schon mit ihrem ersten gemeinsamen Track »Howling«, der Anfang 2012 erschien, mischten sie die elektronische Musikszene auf und landeten prompt einen Hit. Auf ihrem Debut-Album »Sacred Ground« bieten sie nun tiefe abgerundete Bässe mit präziser Perkussion, akustisch-elektronische Kompositionen mit einer eindringlichen Stimme. Alle 12 Songs auf dem Album »Sacred Ground« sind perfekt für einen gemütlichen Abend auf der Couch um die Gedanken nach einem stressigen Arbeitstag in sphärische Welten zu katapultieren. »Sacred Ground« von Howling ist beruhigend und anregend zugleich.

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Sophie Hunger

Supermoon

Langsam schält sich eine hölzerne, zerfallene Veranda aus der Dunkelheit und im Lichtkegel der Taschenlampe sieht man die halboffene Eingangstür, die schief in den Angeln hängt. Das fünfte Album »Supermoon« der Schweizer Ausnahmekünstlerin Sophie Hunger wuchs im Kalifornischen San Francisco heran. Genauso vielfältig wie diese Stadt, in der sich die 32jährige eine Auszeit von ihrer Musikkarriere gönnte, sind auch die 12 Songs auf ihrem neuen Album. Eine Mischung aus Folk, Blues, Jazz, Pop und elektronischen Elementen begleitet uns auf einen Streifzug durch das alte Stadthaus und jedes Zimmer beherbergt einen neuen Song. Manche Zimmer sind offen und freundlich, mit farbigen Tapeten, andere dunkel mit geschlossenen Fensterläden und einer dicken Staubschicht am Boden. Einzelne musikalische Feinheiten tauchen im Lichtkegel der Taschenlampe auf und verschwinden wieder, bis sie vom nächsten Besucher entdeckt werden. »Supermoon« von Sophie Hunger ist der Beweis, dass Pop komplex und eingängig zugleich sein kann.

Freitag, 05. Juni, 17.00 Uhr
Komet
Vorstellung des Albums der Woche »Supermoon« von Sophie Hunger

mehr Infos zum Album der Woche findest du hier.

Sophie Hunger - Supermoon

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Jamie XX

In Colour

Eine Stadt taucht sich langsam ins Morgenrot der aufgehenden Sonne, einzelne Lichter blinken durch die Hochhäuserwelten. Der 26jährige Brite Jamie XX, Mitglied der gefeierten Indietronica-Band »The XX«,  liefert uns auf seinem Solo-Debut »In Colour« den Soundtrack für eine musikalische Sightseeing-Tour von der Tanzfläche durch die morgendlichen Strassen Londons. Ab und an dringen einzelne Geräusche der erwachenden Stadt in unseren Soundkosmos und verweben sich zu einem Klangteppich aus Dubstep und House, gelegentlichen Gesangs-Samples und melodischen Steel-Drums. Der erste Track »Gosh« ist gespickt mit Sprach-Samples einer alten Drum’n’Bass Sendung von BBC Radio 1. Der Song lässt keine Lücke offen, klingt aber nicht überladen. Im Stück »Loud Places« arbeitet Jamie XX, der mit bürgerlichem Namen Jamie Smith heisst, mit Romy Madley Craft zusammen, eines der drei Mitglieder von »The XX«. Der Sound auf Jamie XX’ erstem Solo-Album »In Colour« ist wie geschaffen für kleine Rückzugsoasen in Grossstädten.

Freitag, 29. Mai, 17.00 Uhr
Komet
Vorstellung des Albums der Woche »In Colour« von Jamie XX

mehr Infos zum Album der Woche findest du hier.

Jamie XX - Gosh

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Moskito

Maxilla

Das Luzerner Hip-Hop-Epizentrum schlägt, bzw. sticht wieder zu! Dieses Mal mit dem Trio Moskito und ihrem zweiten Studioalbum »Maxilla«. Die Hip-Hop-Combo von Luzi und Flew hat sich für ihr neues Album um Feliciano Ponce aka »Little Miss Sunshine« erweitert. Auf »Maxilla« rappen Moskito gesellschaftliche und selbstreflektierte Texte über einen Teppich aus Jazz-, Glitch- und Down-Tempo Beats. Mit ihren Songs zeichnen sie ein schwarz-weisses Bild unserer Gesellschaft und picken sich farbige Details heraus. Im Lied »Luftloch« spielen Moskito mit Gesangs-Samples und R’n‘B-Autotune-Parts, im Track »Big Mama« scheppert uns ein ungewohnt jazziges Drumset um die Ohren. Der Startschuss für die Band Moskito fiel schon 2012, als Luzi noch mit dem Luzerner Hip-Hop-Kollektiv »GeilerAsDu« unterwegs war, auf deren Album sie damals ihren ersten Track »Moskito« beisteuerten. Jetzt stacheln sie als Trio Moskito mit ihren Texten die Schweizer Hip-Hop-Szene an und haben mit ihrem Album »Maxilla« direkt ins Schwarze getroffen.

Freitag, 22. Mai, 17.00 Uhr
Komet
Vorstellung des Albums der Woche »Maxilla« von Moskito

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Moskito - Luftloch

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Album der Wocke KW 21/2015

Róisín Murphy

Hairless Toys

Mit dem Blick auf den Boden gerichtet, tanzt die irische Sängerin Róisín Murphy auf ihrem dritten Solo-Album »Hairless Toys«. Acht Jahre ist es her, dass Murphy, die ehemalige Sängerin von Moloko mit ihrem letzten Album »Overpowered« in die housige 80iger Jahre Disco einlud. Die Discokugel dreht sich zwar immer noch auf dem Album »Hairless Toys«, dennoch ist die Saalbeleuchtung etwas zurückgenommen. Scheu wippend im Takt der Musik zieht sie alle Blicke auf sich. Die 42jährige Róisín Murphy behält dabei einen kühlen Kopf, lässt ihre samt-weiche Stimme über die pluckernden Beats und nervösen Rhytmuswechsel gleiten. Und sie lässt sich Zeit in den acht Songs auf dem Album. Im 9-Minuten Song »Exploitation« geht sie der Frage nach, wer hier wen ausnutzt und bettet das Ganze in ein minimalistisches House-, Pop-, Soul- und Jazz-Fundament. So wirken die Songs auf »Hairless Toys« auch etwas introvertierter, ganz im Gegensatz zu ihren Welt-Hit »Sing It Back«, den sie mit Moloko geschrieben hat. Mit »Hairless Toys« von Róisín Murphy tanzen wir für einmal nicht im Stroboskopgewitter der Grossraumdisco, es funktioniert auch daheim in der Stube.

Freitag, 15. Mai, 17.00 Uhr
Komet
Vorstellung des Albums der Woche »Hairless Toys« von Róisín Murphy


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Róisín Murphy - Exploitation

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Album der Woche KW 20/2015

Patrick Watson

Love Songs For Robots

Ganz langsam taucht es am Horizont auf und kommt dann immer näher: das fünfte Album vom Kanadier Patrick Watson »Love Songs For Robots« ist gigantisch, aber trotzdem filigran. Die leichte Orchestrierung schafft eine gewaltige Grundstruktur, während zahlreiche Details – wie einige Steelguitar-, Klavier- und Bläser-Einsätze – da und dort an die Oberfläche treten. Patrick Watson führt Kammer-Pop mit Folktronica zusammen und lässt darüber seine einfühlsame Kopfstimme schweben. Er schafft es perfekt, den gewaltigen Sound mit seiner Stimme zu kombinieren, ohne dabei unterzugehen. Im Song »Bollywood« setzen die dezenten elektronischen Beats eine Konstante; Stimme und Orchestrierung aber, bäumen sich auf und schwellen ab, wie die Brandung an einer felsigen Küste. Patrick Watson entführt einen mit seinem neuen Album »Love Songs For Robots« auf eine Unterwasserreise vor die Küste Kanadas. Einmal wird man von der Strömung der Musik mitgezogen, dann wieder vom leichten Seegang hin und her geschaukelt, während immer wieder lumineszierende Wesen auftauchen und in der Dunkelheit der Tiefe verschwinden.

Freitag, 08. Mai, 17.00 Uhr
Komet
Vorstellung des Albums »Love Songs For Robots« von Patrick Stewart

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Patrick Watson - Places You Will Go

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Album der Woche KW 19/2015

Mikal Cronin

MCIII

Opulent und reichlich ausgeschmückt beginnt das dritte Solo-Album »MCIII« von Mikal Cronin. Der Kalifornier ist ein Tausendsasser und beteiligt sich an vielen Bandprojekten, allen voran Ty Seagull, bei welchen er Bass spielt. Die Einflüsse der verschiedenen Bandprojekte scheinen den studierten Multiinstrumentalisten inspiriert zu haben: »MCIII« ist so einfallsreich wie kein anderes seiner Vorgängeralben. Melodien und Harmonien auf »MCIII« sind wie ein Sommerregen auf der Haut, überraschend und erfrischend. Das Grundmetrum der Songs ist treibend, ohne hektisch zu sein. Aber auch melancholische Seelen kommen auf »MCIII« nicht zu kurz: der Song »I’ve Been Loved« beflügelt jede sentimentale Gefühlsregung mit akustischen Gitarren und fulminanten Streichern. Das Stück »Say« besticht durch ein ausgetüfteltes Arrangement; ein treibender Bass, akustische und verstärkte Gitarren und hier und da ein Bläsersatz. Der Facettenreichtum von Cronins Musik wird vor allen Dingen durch die reichhaltige Instrumentierung erzeugt: Orgel, Saxophon, Klavier und Geigen sind wohlplatzierte Zugaben. Mit »MCIII«  ist Mikal Cronin eine eingängige Rock-Symphonie gelungen.

Freitag, 01. Mai, 17.00 Uhr
Komet
Vorstellung des Albums der Woche »MCIII« vin Mikal Cronin


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Mikal Cronin - Peace of mind

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ALBUM DER WOCHE KW 18

Alabama Shakes

Sound & Color

Von kratzig bis samtweich - die Soul-Stimme von Alabama Shakes Sängerin Brittany Howard geht tief unter die Haut. Mit ihrem zweiten Album »Sound & Color« verfeinert das Quartett aus Athens/Alabama ihren Südstaaten Gospel-Blues-Rock und legen nach dem Debüt »Boys and Girls« von 2012 noch eine Schippe drauf. Neben der souligen Stimme von Brittany Howard liegen die Stärken des Albums aber auch in der spielfreudigen Gitarrenarbeit verborgen. Diese werden hier und da verzerrt und manchmal mehrstimmig übereinander gelappt. Alabama Shakes vermengen auf »Sound & Color« traditionsreiche Musikelemente aus Stilen wie Americana oder Blues Rock, Gospel oder Garage. Obwohl die Verwurzelung innerhalb der amerikanischen Rockmusik hörbar ist, ist »Sound & Color« trotzdem hochmodern. Jeder Track auf dem Album besitzt nämlich seine ganz eigene Soundästhetik. So ist der Song »The Greatest« eine Mischung aus Garage und Blues, auf »Future People« mixen sie Gospel-Elemente mit einem wuchtigen Fuzz-Bass. »Sound & Color« von Alabama Shakes ist mit ihrer musikalischen Stil- und Farbenpracht ein Hörgenuss gelungen, der absolut nach „Now“ klingt.

LIVE: Donnerstag, 09. Juli 2015, Montreux Jazz Festival

Freitag, 24. April, 17.00 Uhr
Live-Übertragung vom Stadtmuseum Aarau
Vorstellung des Albums der Woche »Sound & Color« von Alabama Shakes

mehr Infos zu Alabama Shakes findest du hier.

Alabama Shakes - Don't Want To Fight

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