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Du bist Radio erhält den Deutschen Alternativen Medienpreis 2009!

Für die von der Medienakademie Nürnberg jährlich verliehene Auszeichnung hatten sich 130 Medienvertreter beworben. Unser gesamtes Redaktionsteam von Kanal K und Stage-on-air freut sich ausserordentlich über diese Ehrung, die wir stellvertretend annehmen: für die Menschen mit einer besonderen Lebensgeschichte, die uns bei DU bist Radio mit auf ihren ganz persönlichen Weg genommen haben.


Peter Look (Nürnberger Medienakademie) übergibt den Medienpreis an Ralf Stutzki (r.) 

Auszug aus der Laudatio:

Laudator: Dietz Schwiesau, Redaktionsleiter beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)
in Magdeburg

Ich bin Radio! Du bist Hörer! Auf diese einfache Formel läßt sich meist die Gewaltenteilung im Radio bringen. Ich bin der Sender! Du bist der Empfänger. Ich entscheide, was Dir wichtig ist und Spaß macht. Wer damit nicht einverstanden ist, kann nur um- oder ausschalten. Die Freien, Nicht kommerziellen, Alternativen oder Bürger-Radios haben dieses Meinungsmonopol in den letzten Jahren gebrochen. Das war ein wichtiger Schritt von Ich zum Du. Jeder, der will und kann, hat seither eine Stimme im Radio.

Aber nicht jeder, der Radio machen will, kann das auch. Und es können Menschen Radio machen, die sich das nie haben träumen lassen. Deshalb macht das Aarauer Kultur- und Mitmach-Radio „Kanal K“ einen Schritt ins Neuland. Die Idee der Schweizer ist so einfach wie faszinierend: Weil diese Menschen nicht zum Radio kommen können, geht das Radio eben hin zu diesen Menschen.

Zum Beispiel zu schwerkranken Kindern, geistig Behinderten oder Häftlingen. Redaktionsleiter Ralf Stutzki und seinen Mitarbeiter bringen zwar die Technik mit, aber kein Konzept. Sie schulen die neuen Radiomacher mehrere Tage und geben dann ihr Mikrofon aus der Hand. So können Behinderte oder Häftlinge dann selbständig und ohne redaktionelle Vorgaben ihre Vorstellungen vom Radio verwirklichen.

Kanal K hätte die neue Sendereihe „Auch Du hast eine Stimme!“ nennen können oder „Wir wollen Dich hören!“. Sie haben einen viel schöneren Namen gefunden: „Du bist Radio“. Im März war Premiere. Die Pilotsendung kam aus einer Sozialtherapeutischen Einrichtung, die zweite aus einem Kinder-Spitex. Die dritte „Du bist Radio“-Sendung wurde mit 14 Häftlingen der Justizvollzugs-Anstalt Lenzburg bei Zürich produziert.

Ich räume gern ein, dass ich als Mitteldeutscher höchstens die Hälfte verstanden habe. Der Dialekt der schweren Jungs im Hochsicherheitstrakt war schon sehr speziell. Aber was ich verstanden habe, das war bestes alternatives Radio. Mit Menschen, die im Radio selten zu Worten kommen. Mit Themen, die sonst im Radio kaum eine Rolle spielen. Mit Musik, vor der sich viele Musikredakteure fürchten. Eine Stunde Radio: authentisch, ehrlich, bewegend, unvollkommen und manchmal auch unbeholfen. Und – sehr witzig.[...]

Ich bin Radio! Das war das Radio von gestern. Spätestens seit heute wissen wir, was besser ist: Ich bin Radio und Du bist Radio! Wie die Zukunft des Radios aussehen wird, das wissen wir jetzt noch nicht. Möglichweise heißt das Konzept der Zukunft ja: Wir alle sind Radio!  [...]

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